Sehr hohe Feinstaubwerte

aktuell, 28.01.2026

Hat der Ukrainekrieg Auswirkungen auf die Luftqualität in Europa?

Der Krieg in der Ukraine hat mit hoher Wahrscheinlichkeit auch messbare Auswirkungen auf die Luftqualität in Teilen Europas, gerade in den letzten Tagen mit den massiv schlechten Luftwerten.

Nach aktuellen Einschätzungen spielt dies insbesondere in den östlich angrenzenden Ländern eine relevante Rolle: Für Polen und Tschechien sowie die Slowakei könnte der Anteil von Feinstaub, der seinen Ursprung in der Ukraine hat, bei etwa 20 bis 30 Prozent liegen. In einem sehr negativen Rechenansatz ließe sich sogar argumentieren, dass bis zu ein 1/3 des Feinstaubs in Polen auf diese Quellen zurückzuführen ist.

Strömungskarte Freitag (1500 m Höhe) für Freitag. 
© www.donnerwetter.de

Wahrscheinlich liegt der tatsächliche Wert etwas niedriger, da sich die genaue Quellstärke nur sehr grob (oder gar nicht) abschätzen lässt.

Auch weiter westlich sind Effekte nachweisbar: Für Berlin kommen weiterhin einige Prozent infrage, ebenso für Hamburg. Selbst im Rheinland liegt der mögliche "Ukraine-Anteil" – je nach Berechnungsmethode – noch im Bereich von 1 bis 5 Prozent. Das ist bemerkenswert, aber letztlich nicht überraschend.

Die Ursachen sind vielfältig: Kriegshandlungen führen zu massiver Luftverschmutzung. In betroffenen Regionen wird vielfach mit allem geheizt, was brennbar ist. Hinzu kommen Brände, Zerstörungen und industrielle Emissionen infolge der Angriffe.

Ein Blick in die Geschichte zeigt, wie weitreichend solche Effekte sein können. Die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl 1986 hat deutlich gemacht, dass Schadstoffe bei entsprechenden Wetterlagen über große Distanzen transportiert werden.

Damals wurde die radioaktive Belastung zunächst im Baltikum und in Skandinavien entdeckt – verursacht durch eine südöstliche Strömung, die die Partikel quer über Europa trug. Sollte jemals atomare Infrastruktur getroffen werden, zeigt dieses Beispiel, wie die Transportwege verlaufen können.

Aktuell ist die Wetterlage deshalb besonders sensibel: Anhaltende Ost- bis Südostströmungen begünstigen den Transport von Luftschadstoffen aus der Ukraine in Richtung Mittel- und Westeuropa.

Dabei muss eines klar betont werden: Die Luftverschmutzung ist das bei
Weitem kleinste Problem.

Das Leid der Menschen vor Ort ist unermesslich. Angriffe auf zivile Infrastruktur, die für das Überleben der Bevölkerung notwendig ist, stellen Kriegsverbrechen dar und sind durch keinerlei Recht zu rechtfertigen.

Diese Einordnung ist wichtig – auch als Hintergrund für die zahlreichen Anfragen zu diesem Thema. Gefährlich könnte ein Angriff auf die atomare Infrastruktur werden.

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