Horizont im Wandel

Immer mehr Windräder in der Landschaft: Energiewende zwischen Notwendigkeit und Augenmaß.

Aktuell schießt nicht nur der Spargel aus dem Boden - auch Windräder scheinen sich zur Zeit sprunghaft zu vermehren!

Was als notwendiger Schritt in eine nachhaltige Zukunft begann, verändert mittlerweile das Gesicht unserer Landschaften in einem Tempo, das viele nachdenklich stimmt.

Lassen wir eines vorab klarstellen: Die Energiewende ist eine Herkulesaufgabe und absolut alternativlos.

Um uns von fossilen Abhängigkeiten zu lösen und den Klimaschutz voranzutreiben, ist der Ausbau der Windkraft eine der wichtigsten Säulen. Wir stehen fest hinter diesem Ziel. Doch wer heute auf die Gipfel unserer Mittelgebirge steigt oder den Blick über die Weiten des Landes schweifen lässt, bemerkt eine einschneidende Veränderung: Die „unberührte Fernsicht“ wird immer mehr zu einem seltenen Gut.

Windrad statt makelloser Fernsicht: Auch rund
um den Weißen Stein in der Eifel schießen
Windkraftanlagen aus dem Boden. 

In Deutschland gibt es mittlerweile kaum noch exponierte Aussichtspunkte, bei denen der Blick zum Horizont nicht auf Windkraftanlagen trifft. 

Dieser visuelle Wandel unserer Kulturlandschaft ist mehr als nur eine Frage der Ästhetik. Unsere Landschaften sind Identitätsstifter und wichtigste Erholungsräume.

Wenn der Ausbau flächendeckend und ohne Rücksicht auf markante Sichtachsen erfolgt, riskieren wir, dass die emotionale Akzeptanz für das Projekt Energiewende schwindet.

Wir plädieren daher für einen Ausbau, der die Balance zwischen ökologischem Nutzen und dem Erhalt unserer Landschaftsbilder wahrt. Energiewende darf nicht bedeuten, dass jeder freie Horizont bedingungslos "zugebaut" wird.

Sinnvolle Vorranggebiete und das sogenannte Repowering – also das Ersetzen alter Anlagen durch weniger, aber effizientere Modelle – sollten Priorität vor der Erschließung der letzten naturnahen Bergrücken haben.

Besonders markante Naturpanoramen und historisch gewachsene Landschaften müssen zudem in ihrer Fernwirkung geschützt werden, damit der Charakter der Region erhalten bleibt.

Der Ausbau kann aber nur dann gelingen, wenn ihr vor Ort das Gefühl habt, dass euer Lebensraum nicht nur als Industriefläche, sondern als schützenswerte Heimat begriffen wird.

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