Igel im Spätsommer: Fettreserven gegen den Klimawandel

Im September zählt für Igel jeder Tag: Sie müssen Reserven für den Winterschlaf anfuttern und Spätsommer-Jungen großziehen. Durch milde, wechselhafte Winter wachen sie in der kalten Jahreszeit zudem immer öfter vorzeitig auf – das kostet lebenswichtige Energie.

Für ausgewachsene Igel geht es jetzt vor allem darum, sich eine ausreichende Fettschicht anzufuttern, die sie durch den monatelangen Winterschlaf bringt. Gleichzeitig ziehen viele Igelmütter noch ihren Spätsommer-Nachwuchs groß, weshalb ihr Energiebedarf im September besonders hoch ist.

Neben der Futtersuche halten die Tiere bereits Ausschau nach geschützten Unterschlüpfen für die kalte Jahreszeit und erkunden ruhige Ecken unter Hecken, Gebüschen oder Wurzeln.

Igel vor der Wildkamera im donnerwetter.de-Wettergarten

 

Um den Nützlingen den Start in den Herbst zu erleichtern, lässt sich im eigenen Garten mit einfachen Mitteln viel bewirken!

Eine flache Schale mit frischem Wasser ist an trockenen Tagen eine lebenswichtige Hilfe, während Milch für die Tiere wegen einer Unverträglichkeit absolut tabu ist.

Bei knappem Insektenangebot freuen sich Igel über eine kleine Stärkung aus getreidefreiem Katzennassfutter. Die wirkungsvollste Unterstützung ist jedoch ein naturnaher Garten: Totholz-, Reisig- und Laubhaufen bieten ideale Verstecke sowie fertige Winterquartiere.

Wenn zudem auf chemische Schädlingsbekämpfung verzichtet wird, Lichtschächte abgedeckt sind und Mähroboter in der Dämmerung sowie nachts ausgeschaltet bleiben, finden Igel optimale Bedingungen für einen sicheren Übergang in die kalte Jahreszeit.

Klimawandel als neue Bedrohung im Winterschlaf

Eine ausreichend dicke Fettschicht und ein gut isolierter Unterschlupf werden für die Tiere übrigens immer überlebenswichtiger: Durch den Klimawandel häufen sich milde Winter mit extremen Temperaturschwankungen.

Steigen die Temperaturen mitten im Januar oder Februar kurzzeitig stark an, wachen viele Igel vorzeitig aus dem Winterschlaf auf. Dieses unnatürliche Hochfahren des Stoffwechsels verbraucht enorme Fettreserven – und da es zu dieser Zeit noch keine Insekten gibt, geraten die Tiere bei einem anschließenden Kälteeinbruch schnell in eine tödliche Notlage.

 

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