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Spinnen, alte Frauen und deutsche Gerichte

Fit bei jedem Wetter, 11.09.2019

„Altweibersommer“ am Mittwoch - doch was hat es mit dem Begriff eigentlich auf sich?

Foto: Jetti Kuhlemann / pixelio.de

Im Volksmund steht der Begriff "Altweibersommer" für eine Schönwetterperiode im September. Sein Ursprung führt weit in die Vergangenheit, in die germanische Mythologie.

An September-Tagen mit sonnigem Wetter, wie wir es auch an diesem Mittwoch erleben dürfen, kühlt es sich in den klaren Nächten stark ab, so dass in den Morgenstunden durch den Tau Spinnweben deutlich zu erkennen sind. Nach altem Glauben zeigt sich darin das Wirken der „Nornen“, der alten Schicksalsgöttinnen, die die Lebensfäden der Menschen spinnen.

Am 2. Februar 1989 wies das Landgericht Darmstadt übrigens die Klage einer 1911 geborenen Dame ab, die sich durch den Begriff "Altweibersommer" beleidigt fühlte.

Sie sah darin eine Diskriminierung der Frauen und fühlte sich in ihren Persönlichkeitsrechten verletzt. Unter anderem auch deshalb, weil "Weib" abfällig gebraucht würde, zudem mit "altem Weib" ausgedrückt würde, dass sie keine "richtige" Frau mehr sei. Sie verlangte, dass der Begriff "Altweibersommer" nicht mehr in den Wetterberichten benutzt werden dürfe. Man könne die Schönwetterperiode auch als Nach- oder Spätsommer bezeichnen.

Foto: Hans Pohlmann

Die Gegenseite argumentierte, dass der Begriff seit Jahrhunderten im Sprachgebrauch sei und auf die bei schönem Wetter im Herbst sichtbaren Spinnweben zurück zu führen sei. Zudem sei der Begriff mit angenehmem Wetter verbunden. (LG Darmstadt, Az.: 3 O 535/88, Urteil vom 02.02.1989, NJW 1990, S. 1997 f.)

Das Gericht wies die Klage zurück - übrigens war der 2.2.1989 der Tag der (Alt-)weiberfastnacht.

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